Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Innovation zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen fragt der Vortrag nach den Folgerungen für ein zeitgemäßes Innovationsmanagement. Dabei geht der Beitrag davon aus, dass die Wissensgesellschaft keine nachhaltigen Wettbewerbsvorteile kennt, sondern lediglich das ewige Rennen um immer wieder neu herzustellende temporäre Wettbewerbsvorteile. Um hier mithalten zu können, müssen Unternehmen nicht nur kontinuierlich Innovationen erzeugen, sondern zugleich die Art und Weise, wie sie diese Innovationen gestalten, immer wieder neu „erfinden“.
Zu beachten ist, dass in der Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft Innovationen immer weniger in den geschlossenen Forschungslaboren von großen Unternehmen und Universitäten entstehen, sondern in Innovationsnetzwerken, in denen unterschiedliche Partner projektförmig und temporär über die Grenzen der eigenen Unternehmen und der eigenen Universitäten hinweg mit einander kooperieren. Innovationen sind nicht mehr länger nur eine Angelegenheit von einigen „Experten“ der FuE-Abteilungen. Vielmehr geht es darum, die Potenziale der eigenen Mitarbeiter auf allen Ebenen des Unternehmens systematisch zu nutzen sowie Kunden und externe Partner im Rahmen von Prozessen der „open innovation“ zunehmend in Innovationsprozesse einzubeziehen. Diese Prozesse zu organisieren ist die zentrale Aufgabe eines strategischen Innovationsmanagements.
Sehr schöne Einführung in die Thematik, vor allem auch der Hinweis, dass erfolgreiches Innovationsmanagement imemr die Balance zwischen Exploitation (Verwerten einer technologischen Basis) und dem Aufbau neuer STrukturen (Exploration) schaffen muss. Zwar in der Wissenschaft lange bekannt, aber in der Praxis immer noch oft unerreicht. Hier sollte das INTEGRO Projekt ansetzen!
Meines Erachtens sollte weniger die Balance zwischen der Verwertung einer technologischen Basis und ihrer Exploitation akzentuiert werden, sondern ein Nachdenken über die Andeutung eines neuen Innovationsparadigmas, dem ein weiterer Begriff von OI als soziale Innovation zugrundeliegt. Nicht nur die Interaktionskompetenz der Open Innovation zur Wissenseinbindung von unbekannten Dritten (enger OI-Begriff) sondern auch die Kompetenz an der Schnittstelle Entwickler/Kunde (enger OI-Begriff) scheinen mir noch unterbelichtet.